Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS
8-918).
PERIPHERE ARTERIELLE VERSCHLUSSKRANKHEIT
Von den
einschlägigen Fachbereichen (Innere Medizin, Chirurgie) ist bisher noch
weitgehend unbeachtet geblieben, daß die moderne
Schmerztherapie im Rahmen der
therapeutischen
Lokalanästhesie (=
Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika) über sehr
wirksame und nachhaltige Methoden zur Behandlung der Verschlußkrankheit (periphere,
arterielle) verfügt.
Daß bei einer
Verschlußkrankheit kontinuierliche Nervenblockaden im Rahmen der
speziellen Schmerztherapie wirklich helfen, ist
schon längere Zeit eindrucksvoll nachgewiesen, lesen Sie dazu eine
Veröffentlichung der Universität Heidelberg:
http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/volltexte/2000/646/pdf/DOKTOR.pdf
(einfach anklicken).
In Deutschland werden jährlich ca. 30.000 Gliedmaßenamputationen wegen arterieller Durchblutungsstörungen durchgeführt. In westlichen Industriestaaten tritt die arterielle Verschlusskrankheit (AVK) an Gliedmaßen bei 18% der Gesamtbevölkerung auf.
Die periphere(= mehr oberflächliche, nicht Gehirn oder Rückenmark, i.e.S. Becken und Beine betreffende) arterielle Verschlusskrankheit stellt im Gegensatz zur akuten (= plötzlich und heftig einsetzenden) Variante eine chronische, schleichend verlaufende arterielle Verschlusskrankheit dar.
Häufig sind mehrere Organe von einer arterielle n Durchblutungsstörung betroffen. Ein Patient, der eine Durchblutungsstörung der Beine hat, hat auch ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden.
Die periphere arterielle Verschlußkrankheit entsteht durch eine fortschreitende Arteriosklerose (= Verkalkung der Schlagadern). Diese führt zu Wandverhärtungen und -deformierung mit Elastizitätsverlust und zu einer zunehmenden Verengung der Gefäßlichtung. Weil sich dabei die Gefäße mehr und mehr verschliessen, spricht der Arzt in solchen Fällen von einer "Verschlußkrankheit". Schmerzen und Beschwerden treten bei der Verschlusskrankheit (periphere, arterielle) meist erst dann auf, wenn der Gefäßquerschnitt weit über die Hälfte eingeengt ist.
Die periphere arterielle Verschlußkrankheit entwickelt sich schleichend. Zunächst verspürt der Patient in den Beinen lediglich zunehmende Kälte- und Taubheitsgefühle. Dann treten erstmals krampfähnliche Muskelschmerzen bei längeren Gehstrecken auf, die dann zu einer Pause zwingen, bis der Schmerz vergeht (Claudicatio intermittens, auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet). Im weiteren Verlauf verkürzen sich die schmerzfreien Gehstrecken immer mehr bis die bis dahin bestehenden Bewegungsschmerz en in Ruheschmerz en übergehen. Schließlich drohen Nekrosen (= örtlicher Gewebstod) und als Folge davon eine Amputation.
Die periphere arterielle Verschlußkrankheit wird in 4 Stadien eingeteilt:
Objektiv fassbare Durchblutungsstörungen, die dem Patienten aber (noch) keine größeren Beschwerden bereiten, häufiger wird über Kälte- und Taubheitsgefühle in den Beinen geklagt.
Auf dieser Stufe treten erstmals Schmerzen in der beanspruchten Muskulatur im Sinne der Claud icatio intermittens (= "Schaufenster krankheit") auf. Die schmerzfreie Gehstrecke wird im weiteren Verlauf immer kürzer.
Die Betroffenen haben nunmehr auch in Ruhe Schmerzen.
Neben starken Ruheschmerzen kommt es zu Nekrosen (= Absterben von Gewebe), es droht die Amputation.
Was verursacht die periphere arterielle Verschlusskrankheit ?
Als ursächlich bedeutsam gelten neben konstitutionellen
(= anlagebedingten) Faktoren,
zu denen auch das Altern zählt, u.a. die Lebensweise (z.B. fettreiche
Nahrung), toxische (= giftige) Einflüsse (Nicotin),
Bluthochdruck, Übergewicht, Stoffwechselleiden (z.B. Zuckerkrankheit) und chronische, z.B.
rheuma tische
Entzündungen.
Untersuchungen deuten auf einen Zusammenhang zwischen einer Infektion
(= Ansteckung) durch Chlamydia pneumoniae
und der Entstehung einer
Verschlußkrankheit (periphere,
arterielle).
Die Behandlung der Verschlusskrankheit (periphere, arterielle):
Im frühen Stadium
sollten ein Gehtraining und eine spezielle Gymnastik durchgeführt werden. Gegen
eine
periphere
arterielle Verschlußkrankheit helfen auch
Bewegung sbäder und
Unterschenkel
güsse.
Neuerdings führen wir
bei einer
Verschlußkrankheit (periphere, arterielle) im Bereich der unteren
Extremitäten
(=
Beine) zusätzlich mit gutem Erfolg die
SynOpsis-Therapie durch. Die Unterschen
kel des
Pat. befinden sich dabei in einem mit Wasser gefüllten Gefäß. Über einen
Computer werden der Flüssigkeit Schallwellen einer bestimmten Frequenz
pulssynchron (= in Abhängigkeit vom Pulsschlag)
zugeführt. Es handelt sich dabei um ein sog. syncardiales (=
im Takt mit dem Pulsschlag) Gefäßtraining. Mehr
über diese Therapie erfahren Sie hier:
www.1-avk.de (einfach anklicken).
Medikamentös werden immer
wieder durchblutungsfördernde Mittel wie
Naftidrofuryl, Pentoxifyllin und
Buflomedil versucht, der Erfolg ist aber, gelinde ausgedrückt, bescheiden.
Besser scheint das Prostaglandin
E1-Analogon Alprostadil zu wirken, insbesondere in
Kombination mit einer kontinuierlichen Nervenblockade (siehe unten).
Zur Prophylaxe (= Vorbeugung) einer
arterielle
n
Thrombose
(= Bildung eines Blutpfropfes in einer
Schlagader) sollten
Thrombozytenaggregationshemmer
(= Mittel, die das Verklumpen der
Blutplättchen verhindern), wie z. B.
Acetylsalicylsäure (ASS)
eingesetzt werden.
Wichtig ist natürlich bei der Verschlußkrankheit (periphere, arterielle) auch die Ausschaltung möglicher, auslösender Noxen (= giftigen Substanzen), die Behandlung der Grund- bzw. Begleitkrankheiten und das Management der weiter oben aufgeführten Risikofaktoren.
Operative Therapie (Stadien
3 und 4)
Es gibt zahlreiche chirurgische Verfahren, um die Durchblutungsverhältnisse bei
der Verschlusskrankheit (arterielle) zu verbessern.
Sehr hilfreich und effektiv
sind bei der Verschlußkrankheit (periphere,
arterielle) sympathikolytische (=
Aufhebung eines gefäßverengenden
Nerven
reizes, aber auch schmerzlindernd
wirksam) Blockaden (=
Betäubungen),
so für den Bereich des
Becken
s und der unteren
Extremitäten
(=
Beine,
insbes.
Oberschenkel) in Form einer
niedrigdosierten kontinuierlichen epiduralen
(=
rücken
marknahen) Blockade mit
Katheter.
Bei dieser Methode wird im Bereich der
Lenden
wirbel ein dünner Kunststoffkatheter in örtlicher Betäubung
eingelegt, der dann mehrmals täglich mit einer lang wirkenden, örtlichen
Betäubungsmittellösung (Lokalanästhetikum) aufgefüllt wird. Unter dieser Behandlung
ist dann die Schmerzempfindlichkeit im Bereich der unteren Körperhälfte
vermindert oder gar aufgehoben und es kommt zu einer enormen Zunahme der
Durchblutung. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die
Beweglichkeit, bzw. Kraft, nicht oder kaum eingeschränkt ist, damit sich der
Patient trotzdem frei bewegen und an einer Krankengymnastik teilnehmen kann.
Betrifft die
periphere arterielle Verschlußkrankheit
hauptsächlich
Unterschenkel
und/oder
Füße, so ist
auch eine längerfristige
(z.B. 14-21 Tage lange)
kontinuierliche Blockade des Nervus ischiadicus mit
Katheter sehr hilfreich (Klatt und Leser, 1994).
Bei dieser Methode suchen wir von der
Oberschenkel
rückseite her, handbreit unter dem
Gesäß, den
Ischias
nerven
in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in
die zugehörige
Nerven
scheide (=
Gewebsumhüllung) ein. In den
folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine
verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach
Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer
Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit. In dieser
Situation kann dann intensiv krankengymnastisch behandelt werden.
Da dieser Nerv auch vegetative
(= das unwillkürliche
Nerven
system betreffende)
Fasern
mit sich führt, kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer
Sympathikolyse
(= Aufhebung eines gefäßverengenden
Nervenreizes) und damit zu einer deutlichen Mehrdurchblutung, wie sie
medikamentös systemisch (= durch eingenommene oder gespritzte
Durchblutungsmittel) nie erreicht werden kann.
Betrifft die
periphere
arterielle Verschlusskrankheit die
Arme (sehr selten), so bietet sich die
kontinuierliche Blockade des
Plexus brachialis (= Armnervengeflecht)
mit Katheter an.
Bei dieser Methode wird im Bereich der Innenseite des
Oberarm
es,
nahe der Achselhöhle in örtlicher Betäubung der Armnerv mit einer Kanüle
aufgesucht. Dann wird durch diese Kanüle hindurch ein dünner Kunststoffschlauch
in die Nervenscheide (= den Nerv umhüllendes Gewebe) eingeführt und nach oben, zur
Schulter
hin, vorgeschoben. In den nächsten 2-3 Wochen wird der
Kunststoffschlauch mehrmals täglich (bei Bedarf auch nachts) mit einem örtlichen
Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) aufgefüllt. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die aktive Beweglichkeit erhalten bleibt, die Schmerzempfindlichkeit jedoch
deutlich herabgesetzt oder aufgehoben ist. Im Stadium der deutlichen
Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit kann dann intensiv und vor allem sinnvoll
krankengymnastisch behandelt werden. Auch bei dieser Blockade kommt es im
gesamten
Arm zu einer
Sympathikolyse
(= Aufhebung eines
gefäßverengenden Nervenreizes) und damit zu einer deutlichen
Mehrdurchblutung, wie sie medikamentös systemisch (= durch
eingenommene oder gespritzte Durchblutungsmittel) nie erreicht werden
kann.
Nach einer längerfristigen Blockadebehandlung (10 bis 14 Tage) ergibt sich in den meisten Fällen, ähnlich wie bei einem Gefäßtraining, eine anhaltende Weiterstellung der Blutgefäße und damit Verbesserung der Durchblutung, auch bei einer Verschlußkrankheit (arterielle).
Besonders effektiv ist bei Verschlußkrankheit (arterielle) eine Kombination dieser Blockademethoden mit einer Alprostadil - Infusionsserie.
Die aufgeführten Nervenblockaden helfen auch gegen venöse Durchblutungsstörungen.
Patienten mit einer Verschlußkrankheit (arterielle) raten wir, sich vor einem Antrag auf Kostenübernahme durch Krankenkasse oder Rentenversicherung in der für uns zuständigen Schmerzpraxis (ca. 1km von der Klinik entfernt) vorzustellen. der Hintergrund ist der, daß die Kostenträger bei dieser Diagnose nicht so sehr auf den Aspekt "Schmerzen" eingehen und deshalb dann internistische, nicht primär schmerztherapeutisch ausgerichtete Einrichtungen bevorzugen*. Mit einem entsprechenden Ambulanzbericht dieser Fachpraxis für "Spezielle Schmerztherapie" kann dann gezielt die Kostenübernahme für unsere Klinik beantragt werden, zumal ja, wie oben dargestellt, die schmerztherapeutischen Methoden bei dieser Erkrankung sogar kurativ (= heilend) wirken und eben nicht nur palliativ (= nur krankheitsmildernd, ohne zu heilen).
* Mittlerweile, und so steht es auch auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit, haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen . Lesen Sie dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Zu diesem Wahlrecht gibt es mittlerweile auch ein Urteil des hessischen Landessozialgerichts (Az.: L 1 KR 2/05): Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen.
Sie wollen mit einem erfahrenen Schmerzarzt sprechen? Kein Problem, einfach jeweils an einem Mittwoch zwischen 13.00 und 14 Uhr oder Donnerstag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr die Tel.-Nr. 07931-5450 anwählen (keine extra Gebühren).
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